Sonntag, 15. März 2026 von Roland SCHROTT
eine mittelalterliche Stadt mit viel Geschichte
Die Mischung aus historischen Bauwerken, engen Gassen, mediterraner Atmosphäre und dem lebendigen Hafen hat diese Wanderung zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht. Gaeta ist wirklich eine Stadt, die man am besten zu Fuß entdeckt.
Unsere Rundwanderung durch Gaeta
Blick auf den Serapo Beach
Auf dem Weg hoch zum Monte Orlando wurden wir mit diesem traumhaften Blick auf den Serapo Beach belohnt.
Unsere etwa 9 km lange Rundwanderung durch Gaeta begann am Strand und führte uns auf einer abwechslungsreichen Route durch Natur, Geschichte und beeindruckende Aussichtspunkte – vom Meer hinauf auf den Monte Orlando und schließlich zurück entlang des Hafens.
Unser Ausgangspunkt war der bekannte Serapo Beach. Von dort aus begann der Aufstieg auf den Monte Orlando, ein Naturpark mit steilen Klippen und herrlichen Ausblicken auf das Meer.
Der Weg führte durch mediterrane Vegetation, vorbei an schattigen Pfaden und immer wieder zu Aussichtspunkten, von denen aus man die Küste in ihrer ganzen Schönheit überblicken konnte.
Auf dem Weg begegneten wir auch einem der bekanntesten spirituellen Orte der Region: dem Santuario della Montagna Spaccata.
Das Kloster und die dazugehörige „gespaltene Felsformation“ sind nicht nur architektonisch beeindruckend, sondern auch von Legenden umgeben. Der Überlieferung nach soll sich der Felsen beim Tod Christi gespalten haben. Besonders eindrucksvoll ist die kleine Kapelle direkt im Felsen sowie die sogenannte „Türkengrotte“, die tief hinab zum Meer führt.
Die ruhige Atmosphäre dieses Ortes bildet einen starken Kontrast zur wilden Küstenlandschaft.
Stellungen des Zweiten Weltkriegs – Geschichte zum Anfassen
Stellungen aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Monte Orlando
Ein besonders eindrucksvoller Abschnitt der Wanderung führte uns zu den Stellungen aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Monte Orlando.
Die Stellungen des Zweiten Weltkriegs auf dem Monte Orlando gehören zu den eindrucksvollsten historischen Relikten in Gaeta. Sie verbinden militärische Geschichte mit einer spektakulären Landschaft – direkt an steilen Klippen über dem Meer.
Strategische Bedeutung der Region
Während des Zweiten Weltkriegs war Gaeta aufgrund seiner Lage zwischen Rom und Neapel von großer militärischer Bedeutung.
▪ Der Hafen diente als Versorgungs- und Kontrollpunkt
▪ Die Küste musste gegen mögliche allierte Landungen gesichert werden
▪ Der Monte Orlando bot eine ideale erhöhte Beobachtungsposition
Von hier aus hatte man freie Sicht über das Tyrrhenische Meer – ein entscheidender Vorteil zur frühzeitigen Erkennung von Schiffen.
Historischer Kontext
Nach der alliierten Landung in Süditalien im Jahr 1943 verlor die Region zunehmend an strategischer Bedeutung, blieb aber weiterhin militärisch relevant. Die Befestigungen auf dem Monte Orlando stehen exemplarisch für die defensive Ausrichtung Italiens im späteren Kriegsverlauf, als man versuchte, die Küsten gegen eine Invasion zu sichern.
Das Mausoleum von Lucius Munatius Plancus
Das Mausoleum von Lucius Munatius Plancus
Hier wurde der römische Feldherr Lucius Munatius Plancus bestattet.
Ein weiteres Highlight war das Mausoleum von Lucius Munatius Plancus, das hoch über der Stadt auf dem Monte Orlando liegt.
Dieses beeindruckende römische Grabmal stammt aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und gehört zu den am besten erhaltenen Bauwerken seiner Art in Italien. Der massive, runde Steinbau wirkt fast wie ein kleiner Turm und bietet einen spektakulären Blick über Gaeta und das Meer.
Hier wurde der römische Feldherr Lucius Munatius Plancus bestattet, der auch als Gründer der Städte Lyon und Basel gilt. Das Mausoleum ist bemerkenswert gut erhalten und typisch für römische Grabarchitektur:
• runder Bau aus massivem Stein
• Durchmesser von etwa 29 Metern
• ursprünglich mit einer Erdaufschüttung bedeckt (typisch für römische Hügelgräber)
• im Inneren befindet sich eine Grabkammer
Die schlichte, aber monumentale Bauweise sollte Macht, Status und Erinnerung für die Ewigkeit symbolisieren.
Die Burg – Festung über der Stadt
Castello Angioino-Aragonese
Diese mächtige Burg thront über der Stadt.
Nach dem Abstieg erreichten wir die imposante Castello Angioino-Aragonese.
Diese mächtige Burg thront über der Stadt und wurde über Jahrhunderte hinweg von verschiedenen Herrschern erweitert – darunter die Anjou und Aragonesen. Sie diente sowohl als Verteidigungsanlage als auch als Gefängnis.
Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über die Altstadt und den Hafen – ein perfekter Ort, um kurz innezuhalten.
Anschließend führte unser Weg durch die Altstadt von Gaeta, die mit ihren engen Gassen, alten Häusern und kleinen Plätzen einen ganz besonderen Charme versprüht.
Von dort aus ging es weiter hinunter zum Hafen, wo unsere Wanderung langsam ihren Abschluss fand. Das lebendige Treiben, die Boote und die entspannte Atmosphäre bildeten einen schönen Kontrast zu den historischen und naturgeprägten Eindrücken zuvor.
Fazit
Diese Rundwanderung hatte alles zu bieten:
▪ Start am Strand und Aufstieg durch die Natur
▪ spirituelle Orte wie das Kloster auf dem Monte Orlando
▪ geschichtsträchtige Stellungen aus dem Zweiten Weltkrieg
▪ beeindruckende Bauwerke wie die Burg
▪ und zum Abschluss das mediterrane Flair von Altstadt und Hafen
Gaeta zeigt auf dieser Route seine ganze Vielfalt – von antiker Geschichte über bewegte Vergangenheit bis hin zur entspannten Gegenwart am Meer.
GAETA - zwischen Kathedrale und Castello
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