Samstag, 14. März 2026 von Roland SCHROTT
Auf historischen Pfaden über die sorrentische Halbinsel
Der Weg führte uns weiter hinauf zum Monte San Costanzo. Auf dem Gipfel befinden sich die Reste einer alten Kapelle, die dem heiligen Costanzo gewidmet ist. Solche religiösen Bauwerke entstanden oft auf früheren heidnischen Kultstätten – ein typisches Beispiel dafür, wie sich im Laufe der Geschichte verschiedene Glaubensrichtungen überlagerten.
Auf historischen Pfaden über die sorrentische Halbinsel
Baia di Ieranto
Diese stille, abgeschiedene Bucht war bereits in der Antike bekannt.
Unser Tag begann im kleinen Ort Termini, einem der strategisch gelegenen Punkte auf der sorrentischen Halbinsel. Schon in der Antike war diese Region von großer Bedeutung, da sie den Übergang zwischen dem Golf von Neapel und dem Golf von Salerno markiert – ein wichtiger Seeweg für Handel und Militär.
Von hier aus starteten wir unsere 13,2 km lange Wanderung, die uns nicht nur durch eine beeindruckende Landschaft, sondern auch durch Jahrtausende alte Geschichte führte.
Unser erster Höhepunkt war die Baia di Ieranto. Diese stille, abgeschiedene Bucht war bereits in der Antike bekannt und wird häufig mit den Sirenen aus der griechischen Mythologie in Verbindung gebracht. Der Überlieferung nach soll sich hier einer der Orte befunden haben, an denen die Sirenen mit ihrem Gesang Seefahrer in den Untergang lockten – eine Geschichte, die der Landschaft bis heute etwas Geheimnisvolles verleiht.
Punta Campanella
Beim Blick über das Meer in Richtung Capri.
Der Weg führte uns weiter hinauf zum Monte San Costanzo. Auf dem Gipfel befinden sich die Reste einer alten Kapelle, die dem heiligen Costanzo gewidmet ist. Solche religiösen Bauwerke entstanden oft auf früheren heidnischen Kultstätten – ein typisches Beispiel dafür, wie sich im Laufe der Geschichte verschiedene Glaubensrichtungen überlagerten.
Schließlich erreichten wir die Punta Campanella, einen der geschichtsträchtigsten Orte der Region. Bereits die Griechen errichteten hier einen Tempel zu Ehren der Göttin Athena. Später übernahmen die Römer diesen Ort und weihten ihn der Göttin Minerva. Aufgrund ihrer strategischen Lage wurde die Punta Campanella über Jahrhunderte hinweg militärisch genutzt. Im Mittelalter errichteten die Aragonesen hier Wachtürme, von denen aus mit Glockensignalen – daher der Name „Campanella“ – vor Piratenangriffen gewarnt wurde.
Beim Blick über das Meer in Richtung Capri lässt sich gut nachvollziehen, warum dieser Ort seit der Antike eine so große Bedeutung hatte.
Baia di Ieranto
Die Baia di Ieranto ist eine abgelegene Bucht auf der Sorrent-Halbinsel, die sich innerhalb eines geschützten Meeresreservates befindet.
Monte San Costanzo
Er bietet spektakuläre 360-Grad-Panoramablicke auf den Golf von Neapel, Salerno und die Insel Capri.
Hoch zum Gipfel Monte San Costanzo
Der Weg verbindet den 485 m hohen Gipfel mit der geschützten Bucht, oft über den CAI-Pfad 300, und ist Teil der Alta Via dei Monti Lattari. (schwer)
Baia di Ieranto
Die Bucht ist auch ein Hotspot für Ökotourismus und bietet eine perfekte Mischung aus natürlicher Schönheit, Geschichte und Ruhe.
der Weg nach Baia di Ieranto
ein Paradies für Naturliebhaber und Abenteuersuchende.
Baia di Ieranto
Blick auf Punta Campanella, im Hintergrund Capri.
Punta Campanella
alter Leuchtturm, wo einst die Tempel standen.
Punta Campanella
einen der geschichtsträchtigsten Orte der Region.
Sorrent – von römischer Eleganz zur lebendigen Küstenstadt
Piazza Tasso
hier zeigt sich das moderne Leben der Stadt.
Nach dieser intensiven Wanderung erreichten wir schließlich Sorrent, dessen Geschichte ebenso weit zurückreicht. Bereits die Griechen gründeten hier eine Siedlung, die später von den Römern zu einem beliebten Rückzugsort wohlhabender Familien ausgebaut wurde. Zahlreiche römische Villen säumten einst die Küste – ein Zeichen dafür, wie geschätzt die Lage und das Klima schon damals waren.
Unsere anschließende 4 km lange Stadtwanderung führte uns durch die Altstadt, deren heutiges Straßenbild noch immer dem römischen Raster (Cardo und Decumanus) folgt. Beim Schlendern durch die engen Gassen bewegt man sich also auf Wegen, die bereits vor über 2000 Jahren angelegt wurden.
Rund um die Piazza Tasso, benannt nach dem berühmten Dichter Torquato Tasso, zeigt sich das moderne Leben der Stadt.
Valle dei Mulini
Die Mühle in der Schlucht stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Gleichzeitig erinnern zahlreiche Kirchen, Paläste und kleine Details an die bewegte Vergangenheit Sorrents, das im Mittelalter immer wieder Angriffen ausgesetzt war und sich daher befestigen musste.
Ein besonders eindrucksvoller Ort ist das Valle dei Mulini. Die Mühle in der Schlucht stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde über Jahrhunderte hinweg für die Mehlproduktion genutzt. Erst im 19. Jahrhundert, als neue Straßen gebaut wurden und sich das Klima im Tal veränderte, wurde sie aufgegeben.
Heute hat die Natur die Ruinen vollständig zurückerobert. Moose, Farne und dichtes Grün bedecken die alten Mauern und schaffen eine fast mystische Atmosphäre – ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Geschichte und Natur ineinandergreifen.
Valle dei Mulini
auf Deutsch „Tal der Mühlen“, gehört zu den ungewöhnlichsten und faszinierendsten Orten in Sorrent.
Geschichte der Mühlen
Die bekannteste Ruine im Tal stammt aus dem 13. Jahrhundert. Damals wurde die Mühle genutzt, um Getreide zu mahlen.
Piazza Tasso
Blick von der Piazza Tasso Richtung Meer, durch den Canyon schlängelt sich die Straße.
Hafen von Sorrent
Besonders am Abend, wenn in der Gegend der Einkaufsstraße von Sorrent viel los ist, bietet der alte Hafen eine willkommene Abwechslung.
Via San Cesareo
Eine lebhafte Fußgängerzone voller Geschäfte, die lokale Produkte wie Limoncello, handgefertigte Sandalen und traditionelle Keramiken anbieten.
Blick auf Sorrent
wenn die Nacht hereinbricht und es ruhiger wird.
Sonnenuntergang über dem Hafen von Sorrent
ist ein magisches Erlebnis, oft mit Blick auf den Vesuv, den Golf von Neapel und das Tyrrhenische Meer.
Auf Wiedersehen - Sorrent
Sorrent ist klein, aber oho!
Fazit
Diese Wanderung war weit mehr als nur ein sportliches Erlebnis. Sie war eine Reise durch verschiedene Epochen:
▪ von der griechischen Mythologie an der Baia di Ieranto
▪ über antike Tempel und mittelalterliche Wachtürme an der Punta Campanella
▪ bis hin zur römisch geprägten Stadtstruktur von Sorrent
Die Kombination aus beeindruckender Natur, reicher Geschichte und italienischem Lebensgefühl machte diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis.