Das Kolosseum, offiziell Amphitheatrum Flavium

13.09.2025 Palazzo Reale di Caserta, der Königspalast

Park von Caserta
Eva BUTTAZZONI Samstag, 13. September 2025 von Eva BUTTAZZONI

Hast du gewusst, dass der Palazzo Reale di Caserta, der Königspalast bei Neapel der größte Europas ist und sogar Versailles in die Tasche steckt? Wir wussten es nicht…

Palazzo Reale di Caserta

Palazzo Reale di Caserta

das Königsschloss Caserta ist ein herrliche Prunkbau des Barocks und wird Sie in das Lustleben der damaligen Zeit zurück versetzen!

Man hatte uns erzählt, man müsse ihn unbedingt gesehen haben. Die paar Fotos, die wir im Internet gefunden hatten, zeigten ein imposantes Gebäude mit großem „Garten“. Doch nichts bereitete uns darauf vor, WIE beeindruckend es sein würde.

Wir kamen mit dem Auto an, fanden gut beschildert einen Parkplatz um 3,- die Stunde und wanderten zunächst entlang der Bahn, um beim Bahnhof in einer unterirdischen Passage die Geleise zu queren und dann standen wir schon zum ersten Mal beeindruckt vor dem Palast, ein 5-stöckiges riesiges Gebäude am Ende eines Parks.

Zum Eingang zu kommen, dauerte schon ein wenig, dann hatten wir unsere Tickets um 18,- pro Person für den Zutritt zum Garten und den ‚Appartamenti‘.

Wir hatten gehört, durch den Garten zu spazieren wäre sehr weit. Bei uns wurden es schließlich 8,5 km und das nur, weil man im Moment nicht ganz bis zum Ende kommt. Für jene, die schlechter zu Fuß sind, werden Fahrten mit dem Bus angeboten, auch Fahrräder kann man ausborgen.

Via d’Aqua

Via d’Aqua

auch „Wasserallee“ genannt

Von der Rückseite des Palastes wanderten wir die „Via d’Aqua“, auch „Wasserallee“ genannt hinauf bis zu den Hängen des Monte Briano. Sie wurde, ebenso wie die Reggia von Luigi Vanvitelli geplant.

Das System besteht aus einer Folge von Becken, Wasserfällen und Fontänen, die sich wie eine „szenische Abfolge“ über eine Länge von 3 km den Hang hinaufziehen.

Ebenso wie der Palast ist es ein architektonisches Kunstwerk, wenn man bedenkt, wie ausgeklügelt alles geplant wurde, damit kleine Wasserfälle gebaut werden konnten, die Neigung im Hang stimmt und vor allem auch genügend Wasser aus der Umgebung hierher geleitet werden konnte.

Oben angelangt, betraten wir den englischen Garten. Erbaut im 18. Jahrhundert vom Botaniker John Andrew Graefer, beeindrucken seine Pflanzenvielfalt, die riesigen Bäume, die hier seit 300 Jahren wachsen und die Bauten, die man immer wieder mal dazwischen hervorleuchten sieht.

  •  Reggia die Caserta - Vorderansicht 
  •  Schlosspark 
  •  Blick vom Park auf den Königspalast 
  •  Die Via d'Aqua 
  •  Fontana di Eolo 
  •  Blick auf die Via d'Aqua 

Man folgte hier der Mode der Zeit, in der Landschaftsgärten nicht nur Natur, sondern auch Kunst, Geschichte und Symbolik vereinen sollten. So finden sich Nachbildungen von griechischen und römischen Ruinen, ebenso wie Elemente ägyptischer Kultur. Mit solchen Bauten fangen wir in der heutigen Zeit nicht viel an, doch die hohen Bäume, der Seerosenteich und die Vielfalt der Pflanzen machen diesen Garten zu etwas ganz Außergewöhnlichem.

Nach einem Spaziergang von 8,5 km kamen wir ziemlich hungrig zum Schloss zurück. Das kleine Restaurant oben am Ende der Via d’Aqua hatten wir übersehen, also stellten wir uns im Bistrot im Schloss an und ergatterten sogar einen Sitzplatz in den Arkaden des Schlosses.

  •  der englische Garten 
  •  nachgebildete Ruinen im englischen Garten 
  •  im englischen Garten 
  •  Wasserspiel im englischen Garten 
  •  Seerosenteich im englischen Garten 
  •  Wasserfall im englischen Garten 
Empore im Palazzo Reale

Empore im Palazzo Reale

Haupteingang des Palazzo Reale

Und dann fing das Staunen erst so richtig an. Wir haben ja in Wien auch unser wunderschönes Schloss Schönbrunn, doch was Karl der VII hier bei Neapel in Auftrag gab, übertraf unsere Vorstellungen weit. Ich glaube, hier kann ich nur auf unsere Fotos verweisen, denn eine Beschreibung ist schwer, außer prunkvoll, prachtvoll, unfassbar groß und aufwändig, Marmorintarsien auf den Böden, Blattgold an den Wänden….

1217 Räume beherbergt das Schloss, erbaut über 100 Jahre und trotzdem nicht in der Dimension, die dafür anfänglich vorgesehen war, denn es hätte die Neue Residenzstadt werden sollen.

Dennoch wurde es über lange Zeit bewohnt und für die jeweilegen Herrscher weiter gestaltet.

Es ist absolut sehenswert für Menschen, die geschichtlich und architektonisch interessiert sind.

  •  Marmorintarsien im Königspalast 
  •  der Empfangsbereich 
  •  Palastinterne Kapelle 
  •  Deckenfresken im Königspalast 
  •  Figuren verziert mit Blattgold im Thronsaal 
  •  die Bibliothek mit 12.000 Büchern 

Anreise

Anreise mit dem Zug direkt bis zur Stazione „Caserta“ Mit dem Auto gibt es etliche bewachte Parkplätze in Fußreichweite. Wir benutzten den Parcheggio Jolly H24 für € 3,-/Stunde

Einritt

Einritt pro Person für Palast, Park und englischen Garten: € 18,- direkt oder auch online buchbar. Die offizielle Seite dafür ist: https://reggiadicaserta.cultura.gov.it

Nach dem Ticketoffice gibt es ein weiteres, wo man Audioguides mieten kann. Bustickets für den Park sind direkt am Parkeingang zu erwerben.

Unser Tipp

wenn du daran vorbei gehst, mache einen Blick in das Blumengeschäft im Park: „Le Serre di Graefer“. Betritt man es, betritt man nicht nur 300 Jahre altes Gemäuer, sondern ein süßes Geschäft, das mit Schmuck und Kunst aus Italien Inspiration für besondere Geschenke sein kann.

Und hier noch ein kurzer Abriss über die Geschichte des Königspalastes von Caserta

Die Reggia di Caserta (Palazzo Reale in Caserta) ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort, an dem verschiedene Dynastien, politische Umbrüche und kulturelle Ereignisse zusammenlaufen.

Hier findest du eine chronologische Übersicht mit den Bewohnern und den wichtigsten Ereignissen:

18. Jahrhundert – Die Entstehung:

1752: Auftrag durch Karl VII. von Bourbon (Carlo di Borbone, später Karl III. von Spanien), König von Neapel und Sizilien. Architekt: Luigi Vanvitelli.

Ziel: ein neues politisches und symbolisches Zentrum, das mit Versailles konkurrieren sollte. Karl VII. zog aber nie richtig ein, da er 1759 die spanische Krone erbte.

Bourbonen von Neapel und Sizilien:

Ferdinand IV. von Bourbon (später Ferdinand I. beider Sizilien) (1759–1825):

Hauptbewohner mit seiner Gemahlin Maria Carolina von Österreich (Schwester von Marie-Antoinette).

Gründung des Giardino Inglese (1780er Jahre) unter Maria Carolinas Einfluss.

Schloss wurde kulturelles Zentrum, aber auch Schauplatz politischer Intrigen.

Napoleonische Zeit (1806–1815):

Die Bourbonen flohen. Das Königreich Neapel kam unter französische Herrschaft.

Joseph Bonaparte (1806–1808) und später Joachim Murat (1808–1815, mit Ehefrau Caroline Bonaparte, Napoleons Schwester) nutzten die Reggia.

Restauration und 19. Jahrhundert

1815: Rückkehr Ferdinands I. (nach dem Wiener Kongress).

Franz I. von Bourbon (1825–1830): nutzte die Reggia als königliche Residenz.

Ferdinand II. von Bourbon (1830–1859):ließ neue Flügel vollenden und machte Caserta zu seinem bevorzugten Aufenthaltsort.

Franz II. (Franceschiello), letzter König der Bourbonen (1859–1861):wohnte zeitweise dort, floh aber während der Einheit Italiens (Risorgimento).

1860 fiel das Königreich an Garibaldi und das Haus Savoyen.

Haus Savoyen (Königreich Italien)

1861–1946: Die Reggia wurde eine der königlichen Residenzen des neuen Königreichs Italien. Sie wurde jedoch nicht so intensiv genutzt wie Turin, Florenz oder Rom.

20. Jahrhundert – Von der Monarchie zur Republik

Nach der Abschaffung der Monarchie 1946 wurde die Reggia Staatsbesitz.

Zweiter Weltkrieg:

1943–1945 nutzten die Alliierten das Schloss als Hauptquartier.

29. April 1945: hier wurde die Kapitulation der deutschen Truppen in Italien unterzeichnet („Operation Sunrise“). Damit endeten die Kämpfe in Italien wenige Tage vor dem 8. Mai (VE-Day).

Heute

UNESCO-Weltkulturerbe (seit 1997).

Eines der größten Schlösser Europas mit über 1.200 Räumen.

Ort für Ausstellungen, Filme (z. B. Star Wars, Mission Impossible) und internationale Veranstaltungen.

Besucherzentrum mit Museen, Gärten, Serre di Graefer und vielen restaurierten Flügeln.

ENDE Bericht Palazzo Reale di Caserta, der Königspalast


wie hat dir der Reisebericht über den Palazzo di Caserta gefallen?

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf „Alle erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Klicken Sie auf Einstellungen für weiterführende Informationen und die Möglichkeit, einzelne Cookies zuzulassen oder sie zu deaktivieren.

Einstellungen