Das Kolosseum, offiziell Amphitheatrum Flavium

10.10.2025 bis 12.10.2025 Drei Tage auf der Insel Ischia

über den Steinbrückendamm zum Castello
Eva BUTTAZZONI Sonntag, 12. Oktober 2025 von Eva BUTTAZZONI

Ich habe mich verliebt… Nein, wir haben uns verliebt in Ischia… im Oktober…

Am Hafen von Pozzuoli

Am Hafen von Pozzuoli

wir warten auf die Fähre

Wie es im Sommer ist, ob da tausende Touristen lautstark zeigen, dass sie da sind, wissen wir nicht. Jetzt im Oktober strahlen die Insel und ihre Bewohner Ruhe aus. Noch ist es sommerlich warm, ideal zum Wandern und Flanieren und sogar baden ist noch möglich. Wir kamen Freitag Abend mit der Fähre an. Zugegeben, das war etwas mühsam. Wir wollten uns auf der Insel frei bewegen können und beschlossen darum, mit dem Motorrad überzusetzen. Wir kauften die Karten online und mussten sie dann am Hafen von Pozzuoli im Fährbüro in Tickets umschreiben lassen.

Widersprüchliche Informationen auf unseren Onlineausdrucken informierten uns darüber, wir müssten bis spätestens 1 Stunde vor Abfahrt beim Büro sein, während die andere Information besagte ab 1 Stunde vor Abfahrt wäre das Büro geöffnet. So waren wir schon lang vor der Abfahrt da und wussten nicht wohin mit dem Motorrad, bis uns eine Polizeistreife zu einem versteckten Gratisparkplatz für Motorräder führte (gut zu wissen für die Zukunft).

Der Rollladen des Fährbüros war bis 18 Uhr geschlossen…

Fähre Caremar

Fähre Caremar

bereit für die Überfahrt nach Ischia

Schließlich klappte aber alles und es war recht abwechslungsreich und unterhaltsam, während wir auf unsere Fähre warteten, zuzusehen, wie die Menschen in letzter Minute noch hektisch versuchten ihre Fähre zu erreichen, schnell noch ein Ticket zu ergattern und der Einweiser heftig mit den Armen ruderte, „Vai, Vai…!“ schrie, um doch noch pünktlich abzulegen.

Als wir Ischia erreichten, war es bereits dunkel. Auf dem Weg zu unserem Hotel gab es noch keinen ersten Eindruck, außer, steile, schmale Straßen und tausende enge Kurven. Diesmal nur Beifahrer am Motorrad, musste ich mich erst daran gewöhnen zu vertrauen, wenn die nächste enge Kurve kam, die Autos trotzdem schnell entgegenkamen und die Kurven schnitten… Bella Italia!…

Ein sehr lieber Empfang im Hotel, ein Zimmer mit Blick aufs Meer und ein Bier auf der Terrasse machten aber alles wieder gut.

unsere Tipps:

  • Fährtickets online kaufen ist mit Aufschlag möglich, die Tickets müssen trotzdem am Hafen im Fährbüro umgeschrieben werden. Ohne Auto wäre unser Tipp, die Tickets direkt am Hafen zu kaufen und die nächste Fähre zu nehmen, die fährt.

  • Es fahren zwei Linien: Medmar und Caremar, Abfahrt von Neapel oder Pozzuoli

  • Auf Ischia selbst kann man direkt am Hafen Mopeds mieten, sich ein Taxi nehmen oder mit einem der Busse zur Unterkunft fahren.

Samstag, 11.10.2025

Blick von unserem Balkon

Blick von unserem Balkon

Fantastische Aussicht auf das Meer

Ein erster Blick aus dem Fenster am Morgen und wir waren glücklich, wir hatten das Meer direkt vor Augen. Die Nacht war absolut ruhig gewesen, der Schlaf erholsam. Wir waren vom Porto Ischia in den Süden der Insel zum Lido di Maronti gefahren, das Hotel Mandorla hatten wir aus zwei Gründen gewählt – günstig und in unmittelbarer Nähe der heißen Quellen gelegen.

Doch heute wollten wir eine Wanderung auf den höchsten Berg der Insel machen, den Monte Epomeo, ein 790 m hoher vulkanischer Berg. Viele, die das herrliche Panorama von oben bewundern möchten, fahren mit dem Bus oder parken mit dem Auto am Parcheggio Miscilloi Sapori für 4,- und wandern dann noch ca. 30 Minuten zum Gipfel.

Roland suchte für uns eine andere Tour heraus. Er wollte direkt vom Meer bis ganz nach oben,

"wenn schon, denn schon… wir machen keine halben Sachen"

Blick auf Forio

Blick auf Forio

Herrlicher Blick vom Monte Epomeo

ist sein Spruch.

So brachen wir nach dem Frühstück zum Küstenort Forio auf.

Sieht man sich Ischia auf Google Maps an, so sieht man EINE Straße, die rund um die Insel führt, allerdings nicht dem Meer entlang. Möchte man von oder zu den Küstenorten fahren, fährt man durch kleine bis kleinste Gassen, in denen zwei Autos oft gar nicht aneinander vorbeikommen. Hat man sich einmal daran gewöhnt, genießt man den Blick von ganz oben, um sich dann in die nächsten Kurven nach unten zu legen.

Es gibt ein grundsätzliches Fahrverbot für Autos und Motorräder für nicht Einheimische, außer man fällt in die Ausnahmeregelungen. Fast undurchschaubar ist hier die gesetzliche Regelung, solltest du also selbst einmal die Insel besuchen wollen, am besten im Hotel nachfragen, ob du mit dem Auto anreisen darfst. Wir durften und hatten auf der Insel auch keine Probleme mit unserem österreichischen Kennzeichen. Allerdings ist es auch mit dem Parken nicht so einfach, denn wo Autos parken, dürfen Motorräder nicht und da wo Motorräder parken dürfen, dürfen oft nur die Ortsansässigen…

Wir suchten uns daher einen überwachten Parkplatz in Forio. 10,- für 5 Stunden fanden wir sehr annehmbar. Als wir alles sicherten und absperrten, lachte der Vermieter nur und sagte: „Ihr seid auf Ischia, hier wird nichts gestohlen!“. So wohl, wie wir uns auf der Insel fühlten und so lieb alle Leute hier waren, und das am Ende der Saison, hatten wir das Gefühl, es könnte stimmen.

So blickten wir dem Gipfel des Monte Epomeo entgegen und machten uns auf den Weg. Wir hatten 13 km und 790 hm vor uns und es ging sofort steil los. Sicher die Hälfte des Weges hinauf wanderten wir auf befestigten Gassen mit schönen Blicken aufs Meer und die Insel selbst, immer wieder verwundert, in welch steilem Gelände und wie hoch oben manche Menschen noch wohnten. Schließlich hörte die letzte Straße auf und es ging weiter durch den Wald.

Wir planen unsere Touren immer mit Komoot. Meist sehr zufrieden mit dem Kartenmaterial, durften wir lernen, dass hier auf der Insel manche Wege wohl seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurden und einfach verschwunden sind. Immer wieder suchten wir im steilen Gelände über umgefallene Baumstämme und durchs Gestrüpp weiterzukommen und auf Wege zu stoßen, die doch noch irgendwie sichtbar waren.

Schließlich trafen wir die ersten Menschen, die ganz frisch, von leichten Parfumwolken umgeben, teils in Sandalen leichten Schrittes die letzten Meter bewältigten. Nun ja, wir waren stolz, den gesamten Berg bewältigt zu haben, doch unbedingt anraten kann man es nur Menschen, die gut ausgerüstet sind, gute Kondition haben und wissen, wie man am Berg navigiert.

Gipfelfoto Epomeo

Gipfelfoto Monte Epomeo

Einmal am Gipfel waren wir nicht nur stolz, sondern auch restlos begeistert. Das Tuffgestein, das den Gipfel geformt hatte und natürlich der unglaubliche Ausblick über die gesamte Insel, übers Meer und bis zum Festland hinüber und das bei wolkenlosem Himmel – einzigartig und absolut beglückend.

Etwas unterhalb vom Gipfel, heute als Museum frei zugänglich liegt die Felsenkirche St. Nicholas und eine ehemalige Einsiedelei, deren „Zellen“ in das Tuffgestein des Berges gebaut wurden. Erste Aufzeichnungen zur Felsenkirche gibt es aus dem Jahr 1459, die Einsiedelei dürfte ab 1600 entstanden sein. Sehr liebevoll sind heute die Räume gestaltet und zeigen, wie die Mönche hier lebten. Die ganze Geschichte von Kirche und Einsiedelei siehst du auf einem der Fotos abgebildet.

Am Ziel in Forio

Am Ziel in Forio

nach 13 km und 790 hm wieder zurück am Strand von Forio

Schließlich darf das Restaurant La Grotta da Fiore direkt unter dem Gipfel des Monte Epomeo nicht unerwähnt bleiben. Auf einer Terrasse, beschattet von Bäumen zu sitzen, und den Blick aufs Meer zu genießen, das lässt dich spüren, wie gut es dir geht und wie dankbar du sein kannst, das zu erleben…

Schließlich brachen wir wieder auf und suchten unseren Weg nach unten, wieder ziemlich beschwerlich, denn außer uns geht wohl niemand die alten Wege…

Doch schließlich kamen wir wieder am Meer an und spazierten den Strand entlang und durch den hübschen Ort Forio. Noch ein Kaffee und Crepes am Hauptplatz und es ging weiter zur nächsten Station des heutigen Tages.

Baia di Sorgeto - die heiße Quelle

am Strand von Baia di Sorgeto

Am Strand von Baia di Sorgeto

Hier vermischt sich das 100 Grad heiße Thermalwasser mit dem Meer

Ischia ist berühmt für seine heißen Quellen. Das Thermenwasser fließt an manchen Stellen mit knapp 100 Grad direkt aus dem Felsen und es gibt eine Bucht wo das heiße Wasser direkt ins Meer fließt und man im warmen Wasser liegen und sich entspannen kann.

Es war bereits nach 17 Uhr, als wir in Baia di Sorgeto ankamen. Für 3,- durften wir unser Motorrad wieder parken und dann geht es 220 Stufen zum Meer hinunter. Man muss so etwas einmal erlebt haben. Eine Bucht umgeben von Steilwänden und eine heiße Quelle, um die die Menschen im flachen, warmen Meer liegen. In der Nähe der Quelle ist es kaum auszuhalten, etwas weiter weg wunderbar entspannend nach einer langen Wanderung. Kleines Detail am Rande, das wir mit großen Augen beobachteten – leider lag ich gerade im Wasser und konnte kein Foto machen, als ein älterer Herr einen Sack Kartoffel aus dem Wasser direkt an der Quelle herauszog – er hatte sie dort gekocht.

Es war ein toller Tag, Erinnerungen, die wir lange im Herzen bewahren werden.

unsere Tipps

  • Für die 30 minütige Wanderung auf den Gipfel des Monte Epomeo, parke am Parcheggio Miscilloi Sapori für Euro 4,-

  • Restaurant La Grotta da Fiore direkt unter dem Gipfel des Monte Epomeo, nette Bedienung, gutes Essen zu akzeptablen Preisen

  • Felsenkirche St. Nicholas und Einsiedelei direkt unter dem Gipfel, freier Eintritt

  • Baia di Sorgeto, heiße Thermalquelle, die ins Meer mündet, kostenlose Nutzung

  • Günstiger Parkplatz direkt beim Zugang zu den Stufen mit angeschlossenem Laden mit tollen landwirtschaftlichen Produkten aus eigenem Anbau

Sonntag, 12.10.2025

Therme Cavascura

Therme Cavascura

Eingang zur antiken römischen Therme Cavascura nahe dem Strand von Maronti

Das Hotel Mandorla liegt nicht nur nahe am Meer, es liegt auch nahe einer antiken römischen Therme, der Terme di Cavascura. Gut versteckt und kaum beworben, kennen nur wenige sie. Wir hatten diesmal nicht die Zeit, sie auch zu nutzen, doch darf man sie für Euro 2,- auch nur besichtigen.

Zu erreichen ist sie zu Fuß, etwa 300 m vom Strand von Maronti, auf einer Sandstraße durch einen Tuffstein-Canyon, entlang eines kleinen warmen Baches. Alles sehr einfach und unspektakulär, bis auf die absolut beeindruckenden Tuffsteinformationen, die sich an den Seiten des Weges formen. Auch die Therme selbst ist sehr einfach und natürlich angelegt. Sie wurde wohl bereits von den Römern genutzt und in den 1980er Jahren auf sehr natürliche Art restauriert und wieder nutzbar gemacht. Eine natürliche Sauna in einer Tuffsteinhöhle ebenso wie ein kleiner Wasserfall von heißem Thermenwasser, kleine Höhlen mit „Badewannen“ aus Stein, alles mutet wie aus einer anderen Zeit an, kein Luxus, aber ein Gefühl, wie es wohl damals war, als die Römer hier saunierten.

Wieder stellten wir fest, wie besonders diese Insel ist, wie vielfältig und mit welch langer Geschichte. So wanderten wir weiter nach St. Angelo, wo ein Thermenhotel mit exklusiven Angeboten und wunderschöner Bauweise sich an das nächste reiht – ein sehr sympathischer Ort am Meer, mit einem kleinen Hafen, der zum Verweilen einlädt.

Ein wunderbares Eis später, nahmen wir das Taxiboot zurück zu unserem Strand und genossen die Fahrt übers Meer.

St. Angelo

Ischia Porto

In Ischia Porto

In Ischia Porto

ein ganz besonderer Verkaufsstand

Einen Punkt auf unserer To-do Liste gab es noch vor unserer Abfahrt am Abend, wir wollten uns die Hafenstadt Ischia und das Castello Aragonese ansehen, das prominent auf einem 100 m hohen Felsen thront und nur über einen 220 m langen Steinbrücken-Damm mit dem alten Ortskern verbunden ist.

Es hat eine lange und vielfältige Geschichte, die den Rahmen dieses Textes sprengen würde, doch reichen die Ursprünge bis 474 v. Chr. zurück. Es diente als Festung, beherbergte im Laufe seiner Geschichte Kirchen, Klöster, einen Bischofssitz, Bewohner (in manchen Perioden mehrere Hundert oder gar über tausend Familien), Gärten etc. Im 19. Jahrhundert diente es sogar als Gefängnis. Heute ist es in privatem Besitz und ganzjährig zu besichtigen.

Faulenzen auf der Kaimauer

Faulenzen auf der Kaimauer

Im Hintergrund die Aragoner Burg

Ischia Stadt beeindruckte uns zunächst nicht, als wir vom Hafen in Richtung Castello spazierten. Alles erschien weniger gepflegt als an den anderen Orten, die wir besichtigt hatten. Doch bereits nahe am Castello, als wir in einem Fischrestaurant saßen und wirklich gut aßen, freundeten wir uns mit der Stadt an. Das Castello selbst mit seiner wunderschönen Aussicht von oben war ebenfalls beeindruckend. Als wir am Rückweg dann aber durch den Teil der Stadt spazierten, der die teuren Hotels und Einkaufsstraßen beherbergt, mussten wir zugeben, dass sich wohl auch hier wunderbar Urlaub machen lässt, wenn die Geldbörse entsprechend gefüllt ist.

Es war ein tolles Wochenende und wir werden wieder kommen, im Frühling, wenn die Temperaturen wieder steigen und das Meer zum Schwimmen einlädt, denn es war Liebe auf den ersten, den zweiten und auch den dritten Blick.

unsere Tipps

  • Terme di Cavascura, antike römische Therme. Besichtigung Euro 2,-, Nutzung ab Euro 20,-

  • Castello Aragonese in Ischia Stadt, Eintritt/Person Euro 12,-, ganzjährig geöffnet

Castello Aragonese in Ischia Stadt

Drohnenaufnahme vom Castello

Drohnenaufnahme vom Castello

ENDE Bericht über drei Tage auf der Insel Ischia


wie hat dir der Reisebericht über die drei Tage auf der Insel Ischia gefallen?

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf „Alle erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Klicken Sie auf Einstellungen für weiterführende Informationen und die Möglichkeit, einzelne Cookies zuzulassen oder sie zu deaktivieren.

Einstellungen