Das Kolosseum, offiziell Amphitheatrum Flavium

19.10.2025 Herculaneum, die Stadt des Herakles

Eva BUTTAZZONI Sonntag, 19. Oktober 2025 von Eva BUTTAZZONI

Herculaneum, die Stadt des Herakles (griechisch), bzw. Herkules (römisch).

Es rankt sich eine Göttersage um die Gründung der Stadt Herculaneum, die beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. in Sekunden von einer glühend heißen pyroklastischen Lawine überrollt wurde.

Warum heißt die Stadt HERCULANEUM

die Ausgrabungen von Herculaneum

die Ausgrabungen von Herculaneum

im Hintergrund der Vulkan Vesuv

Der Sage nach geschah es, als Herkules auf dem Rückweg von seiner zehnten Aufgabe war, bei der er die Rinder des Riesen Geryon geraubt und diesen getötet hatte…

Er machte Rast in Rom und wollte seinen Durst am geheiligten Wasser stillen, doch die Göttin Fauna verweigerte ihm das, denn das Wasser war nur den Frauen bestimmt. Erzürnt erbaute Herkules daraufhin einen Tempel, der nur ihm geweiht war und an dem keine Frauen den Zeremonien beiwohnen durften.

Während er beschäftigt war, stahl Cacus, ein Sohn des Vulcanus, ihm einige Rinder aus der Herde des Geryon. Als Herkules nach langer, vergeblicher Suche bereit war aufzugeben und nach Griechenland zurückzukehren, da hörte er seine Kühe. Er folgte dem Geräusch und fand nicht nur seine Kühe, sondern auch den Dieb Cacus.

Im Zorn erschlug er ihn und gründete der Sage nach genau an diesem Ort die Stadt Herculaneum…

Blick über Herculaneum

Blick über Herculaneum

am Anfang kahmen wir mit dem Audioguide nicht zurecht, gleich zu Beginn unbedingt das Boot ansehen.

Tatsächlich wurde die Stadt wahrscheinlich im 6. oder 5. Jh. V. Chr. von den Oskern oder Griechen gegründet. Zur Zeit des Vulkanausbruchs lebten hier ca. 4.000 Menschen und die Stadt war wohl noch wohlhabender als Pompeji, denn es war eine Art römisches Seebad mit prachtvollen Villen und Thermen, damals direkt am Meer gelegen.

Besucht man heute die Ausgrabungen, dann blickt man auf ein zu Pompeji vergleichsweise kleines Arreal, das mitten in der heutigen Stadt Ercolano liegt, nur viel tiefer, denn mehrere Vulkanausbrüche des Vesuvs haben die Stadt unter einer 5-6 m hohen Schicht begraben.

Wir kamen Sonntag zu Mittag an und waren angenehm überrascht, denn es war nicht überlaufen. Wir hatten beschlossen, einen Audioguide zu nehmen. Wir dachten, so würden wir ebenfalls alle wichtigen Informationen erhalten, doch waren wir etwas frustriert. Es dauerte eine Weile, bis wir uns mit dem Gerät angefreundet hatten, aber was besonders lästig war, war, dass die Beschreibungen in den Häusern für uns manchmal nicht nachvollziehbar waren und manchmal auch sehr langatmig gesprochen wurde.

Unser Guide in Pompeji hatte alles sehr interessant und abwechslungsreich gestaltet, uns zu den wichtigsten Orten geführt und einige Details erzählt, die wir sonst übersehen hätten. Doch im Nachhinein gesehen, war der Audio Guide besser als nichts, beim nächsten Mal werden wir es aber wieder anders machen.

Trotzdem durften wir viel sehen und erfahren. In Herculaneum ist der Vesuv so nah und präsent, dass es nicht verwunderlich erscheint, dass die Folgen des Ausbruchs ganz andere waren: Begrub in Pompeji eine Aschewolke die Stadt unter sich und erstickte alles, was noch da war, so fegte in Herculaneum eine pyroklastische Lawine über die Stadt und verkohlte alles in Sekundenschnelle.

Dadurch gibt es noch verkohlte Überreste von Booten, aber auch Haushaltsgegenständen wie Kästen, Betten oder anderen Möbelstücken. Sogar Aufzeichnungen über die Besitzer der Villen und Handwerksbetriebe sind zum Teil noch erhalten, wodurch das Leben hier noch besser rekonstruiert werden kann.

Skelette in den Bootshäusern

Skelette in den Bootshäusern

Der sichere Hafen wurde auch ihnen zum Verhängnis, wo einst das Meer war, tummeln sich heute unzählige Touristen.

Viele Jahrhunderte war die Stadt in Vergessenheit geraten gewesen, obwohl es Aufzeichnungen von ihr gab. Erst 1709 stieß ein Bauer durch Zufall beim Graben eines Brunnens auf Teile des antiken Theaters.

Ab da begann man langsam nachzuforschen, zunächst durch Grabungen von Tunneln durch die Lava, um Kunstwerke herauszuholen. Richtige Ausgrabungen an der Oberfläche begannen im 20. Jahrhundert und dauern bis heute an.

Etwas makaber, aber erwähnenswert sind die Funde vieler Skelette in den Bootshäusern am damaligen Hafen der Stadt. Es dürften die Überreste von Menschen sein, die bei Ausbruch des Vulkans zum Hafen geflohen waren, in der Hoffnung mit einem der Boote zu entkommen. Die Skelette sind für die Besucher sichtbar am Fundort belassen worden und hinterlassen ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn man sie betrachtet.

Auch ist es eigenartig trockenen Fußes an einem Ort zu stehen an dem damals bereits das Meer war… Der Vulkanausbruch 79 n. Chr. und ein viel späterer bedeckten das Gebiet mit bis zu 20 m Lava und pyroklastischem Material und veränderten auf diese Weise die Küstenlinie. Das Meer liegt nun etwa 500 m von Herkulaneum entfernt, doch liegt der Ort selbst unter dem Meeresspiegel, sodass ständig Wasser abgepumpt werden muss, damit er trocken bleibt.

Über all das zu lesen, kann spannend sein, doch sollte man selbst mal da gewesen sein, damit man einen Eindruck gewinnt, wie das Leben hier wohl mal war, in einer Stadt gebaut aus Stein, zum Teil riesigen Villen mit eigenen Gärten, einer Schar an Sklaven, die für das leibliche Wohl sorgten, Thermen für Männer und Frauen und doch geprägt von Erdbeben und einem qualmenden Vulkan, Zimmern ohne Fenster und wahrscheinlich ohrenbetäubendem Lärm vor der Haustüre.

Zugleich beeindrucken die feinen künstlerischen Arbeiten, die Wandmalereien und Mosaikböden, die Präzision, die damals bereits möglich war, die mehrstöckigen Gebäude und auch, dass Tischchen, Nachtkästchen, Krüge, Betten und vieles mehr, heute immer noch ähnlich aussehen.

Wir sind sehr dankbar, dass wir all das erleben und ein Land kennen lernen dürfen, das eine lange und reiche Geschichte hat, die an vielen Orten durch die Zeit, für unsere Augen sichtbar, erhalten geblieben ist.

unsere Tipps für euch:

  • Adresse:

    Corso Resina 187 e Via dei Papiri Ercolanesi, Ercolano (NA)

  • Tickets:

    vor Ort oder online für € 16,-/Person

  • Online:

  • Arte-Card

    Besitzer der Arte-Card haben freien Eintritt

  • Audio Guide vor Ort:

    € 8,-/ Gerät

  • Unser Rat:

    buche dir einen Guide, der dir die interessantesten Plätze zeigt und erklärt, zb von getyourGuide um 45,-/Person

  • Anreise:

    mit dem Auto – Parkplatz direkt vor dem Eingang verfügbar für € 2,-/Stunde

ENDE Bericht über die Ausgrabungen von HERCULANEUM


wie hat dir der Reisebericht über Herculaneum gefallen?

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf „Alle erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Klicken Sie auf Einstellungen für weiterführende Informationen und die Möglichkeit, einzelne Cookies zuzulassen oder sie zu deaktivieren.

Einstellungen