Das Kolosseum, offiziell Amphitheatrum Flavium

06.09.2025 Amalfiküste Tag 1 – Sentiero dei Limoni, Ravello

Blick auf Amalfi
Eva BUTTAZZONI Samstag, 6. September 2025 von Eva BUTTAZZONI

Am Wochenende machten wir zum ersten Mal einen langen Motorradausflug zur Amalfiküste und wir beschlossen die Autobahn zu meiden. Durch die engen, dichten und geschäftigen Gassen Neapels schlängelten wir uns durch, rumpelten über Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher...

unsere beiden treuen Wegbegleiter

Mit dem Motorrädern entlang der Amalfiküste

In den engen Gassen und Straßen bist du mit einem zweirädrigen Fahrzeug klar im Vorteil.

Als Autofahrer hier in Süditalien lernst du aufmerksam zu sein. Es ist klug den Blick ständig auch im Rückspiegel zu haben und damit zu rechnen, dass sich Mopeds von beiden Seiten an dir vorüberschlängeln. Du bewunderst und beneidest sie, ihr Können, sich durch die engsten „Löcher“ zwischen den Autos geschickt hindurch zu navigieren und das Wort „Stau“ nicht zu kennen, denn sie fahren vorbei an jedem Auto, entlang der Sperrlinien oder auch im Gegenverkehr, am Pannenstreifen, einfach überall wo ein Stück Asphalt zu sehen ist, auf dem man fahren kann. Verkehrsregeln kennen sie nicht. Sie sind die „Gesetzlosen“, wie Roland meinte. Sie dürfen Alles.

Wenn du dann selbst mit dem Motorrad unterwegs bist, erkennst du „WIE“ sorglos sie fahren. Sie überholen dich, selbst wenn du schon meinst mutig zu sein und im Stau überholst. Manchmal fahren gleich drei nebeneinander im Gegenverkehr, der auf dich zukommt, denn du bist ihnen immer noch zu langsam, obwohl deine Nerven schon blank liegen.

Wir haben gelernt, nun sind wir mit unseren österreichischen Nummernschildern schon fast Italiener, nur mit viel Herzklopfen.

Am Wochenende machten wir zum ersten Mal einen langen Motorradausflug zur Amalfiküste und wir beschlossen die Autobahn zu meiden. Durch die engen, dichten und geschäftigen Gassen Neapels schlängelten wir uns durch, rumpelten über Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher. Wir wurden überholt von Mopeds, wo der Vater mit dem 3jährigen Sohn todesmutig nicht nur uns überholte, sondern gerade noch dem entgegenkommenden Auto mit einem gewagten Schwenker um Millimeter entkam. Wir sahen eine ganze Familie auf dem Moped, und einen Mann mit Hund, der Seelenruhig vor seinen Füßen lag, als wäre Moped fahren das natürlichste der Welt für einen Hund. Wären wir in der Lage gewesen, Fotos zu machen, sie hätten Dinge gezeigt, die du dir nicht ausdenken kannst. Als wir schließlich auf den kurvenreichen Straßen der Amalfiküste ankamen, waren wir müde, doch hier ging es erst richtig los. Busse, die nicht um die engen Kurven kamen, weil die Autofahrer, nicht wussten, wie sie vor- oder zurückschieben sollten, die Mopeds, die dies nutzten, um sich durchzuschlängeln und wir lernten… wurden selbst zu den Gesetzlosen… mit verspannten Schultern und einer gewissen Fassungslosigkeit. Doch wer steht schon gerne im Stau, wenn es auch schneller geht und vor allem, wenn es offensichtlich hier einfach so ist.

der Zitronenweg

Sentiero dei Limoni

der Weg ist mit schönen Keramiktafeln markiert

Trotzdem waren wir froh, als wir unser Gepäck in unserer Unterkunft abstellen konnten. Roland hatte durch Zufall in letzter Minute ein wunderschönes Quartier in den Bergen, ca. 10 km von Maiori gefunden, gepflegt mit wunderhübschem Zimmer und Antonio, der Gastgeber, liebenswürdig, hilfsbereit und zuvorkommend, wie wir es…, na ja, an so etwas kann ich mich eigentlich nicht erinnern.

Es war schon Mitte des Nachmittags als wir schließlich wieder aufbrachen nach Maiori, um den Sentiero dei Limoni, den berühmten Zitronenweg zu erkunden. Viele Stufen geht es vom hübschen Küstenort Maiori hinauf und immer wieder bieten sich wunderbare Blicke auf das Meer und den Ort. Berühmt ist der Weg aber für seine Zitronen und regelmäßig kann man in kleine Gastgärten einkehren, um Zitronensaft, Zitronensorbet, Limoncello oder sogar Limoncello Spritz zu trinken. „Alles Zitrone“ heißt es überhaupt hier an der Amalfiküste. Sie ist berühmt für ihre besonders großen Zitronen. Der Zitronenweg führt etwa zwei Kilometer von Maiori über den Berg nach Minori.

Bilder von der Sentiero dei Limoni - Tour

Ravello an der Amalfiküste

Ravello

gefiel uns besser als Amalfi

Wer Roland kennt, der weiß, dass ein kurzer Weg niemals genug ist und so ging es für uns weiter nach Ravello. Unzählige Stufen führen steil bergauf, etwa 2,5 km nur Stufen. Irgendwann überlegten wir ob wir umdrehen sollten, der Tag war lang gewesen, viele Stufen waren wir schon gegangen, es war den ganzen Tag sehr heiß gewesen und gegessen hatten wir auch noch nichts gehabt.

Doch als wir in Ravello ankamen, waren wir absolut beeindruckt. Wir hatten gehört, es wäre einen Besuch wert…

Wir tauchten ein in eine andere Welt. Die meisten Besucher waren wohl mit dem Auto gekommen, gekleidet in hübsche Kleider und elegante Hosen, die Damen stöckelten vorsichtig über das Kopfsteinpflaster. Der Domplatz mit seiner wunderschönen Kirche, den hübschen Gassen und kleinen Geschäften, der Ausblick in die Berge und aufs Meer – wir konnten das alles nur vollkommen beeindruckt in uns aufnehmen. Tausend Fotos hätte man machen können.

schönster Platz in Ravello

Piazza Centrale

das Herz von Ravello

Doch so schön der Ort, so hoch die Preise. An der Amalfiküste ist es teuer, das ist wohl jedem bekannt, der sie besuchen möchte. Doch in Ravello muss man mit dem drei- bis vierfach höheren Preisen als zb. in Neapel rechnen.

Auch wenn es uns nicht lange in Ravello hielt, das Städtchen ist bald erkundet, waren wir froh es gesehen zu haben. Es ist etwas Besonderes und auf jeden Fall einen Besuch wert. Vielleicht nicht gerade im Sommer, wenn alle anderen Touristen auch hier sind, aber vielleicht kommen wir noch mal Ende Oktober, wenn die Saison langsam zu Ende geht. Mal sehen.

So machten wir uns die vielen Stufen den Berg wieder hinunter, mit dem Blick aufs Meer, die Zitronen und die Berge. Es ist einfach schön an der Amalfiküste. Sie ist etwas ganz Besonderes. Am Abend in unserem hübschen Zimmer, ganz ruhig gelegen in den Bergen schlossen wir die Augen, müde und erschöpft, aber zufrieden und mit Vorfreude auf den nächsten Tag, wo wir Amalfi erkunden wollten.

Unser Tipp zur Übernachtung:

Wenn du ein ruhiges Plätzchen in den Bergen suchst: „Farfalle e Gabbiani“, oft Monate im Voraus ausgebucht, weil es so gute Rezensionen hat, aber es ist einen Versuch wert nach einem freien Zimmer zu fragen.

Bilder aus Ravello

ENDE Bericht Amalfiküste Tag 1 – Sentiero dei Limoni, Ravello, 06.09.2025


07.09.2025 Amalfiküste Tag 2 - Amalfi

Frühstück bei Antonio

Frühstück bei Antonio

Um sechs Uhr Früh rissen uns die Kirchenglocken zum ersten Mal aus tiefen Schlaf. Das zweite Mal war es der Duft von frischen Cornetti und Cafè.

Ein paar kleine Tische auf der Terasse und ein Buffet reich an süßem Gebäck, Toast, Käse, Wurst und Eiern warteten zum Frühstück auf uns. Antonio war wieder da, brachte uns Cappuccino mit einem Herzen verziert und hatte für jeden ein freundliches Wort. Ein Ort zum Wohlfühlen für uns und wenn es uns gelingt, werden wir beim nächsten Mal wieder hier übernachten?

Dann ging es weiter. Das Tagesziel war Amalfi.

Die Parkgarage um 7,-/ Stunde überraschte uns nicht, denn Amalfi ist einer der Hotspots an der Amalfi Küste. Immerhin wussten wir, unsere voll bepackten Motorräder parkten hier sicher.

Wir waren auf viele Menschen vorbereitet, denn es war das letzte Ferienwochenende der Italiener, bevor die Schule wieder losgeht und natürlich will auch jeder Tourist, der die Amalfiküste besucht einmal durch Amalfi spazieren.

Für uns Wanderer, die die Einsamkeit der Berge lieben, war dieses laute, bunte Treiben eine Herausforderung. Die Schönheit der Kathedrale Amalfi konnte diesen Eindruck ein wenig wett machen, sie ist spürbar kraftvoll, doch die vielen Menschen, die hin und her, hinauf und hinunter liefen, fotografierten und durcheinander redeten, ließen ein Innehalten nicht zu. Also ließen wir uns durch die Straßen treiben mit dem Strom der Menschen, vorbei an bunten Geschäften mit Keramik, Zitronen in allen Varianten, vorbei an Essensgerüchen, bis hin zum Papier Museum, dem Museo della Carta.

Was wir davor nicht wussten, in Amalfi wird seit Generationen Papier geschöpft und im Museum, das seit dem 13. Jahrhundert Papiermühle war, kann man eine Führung dazu machen, die alten Gerätschaften bewundern und sogar selbst Papier schöpfen. Vielleicht werden wir die Führung beim nächsten Besuch machen.

In einigen kleinen Geschäften werden Bilder und Karten aus handgeschöpftem Papier angeboten. Es sind einige sehr schöne darunter, wie wir fanden.

Blick auf Amalfi
der Hafen von Amalfi
Sonnengereiften Zitronen von der Amalfiküste
viele Menschen tummeln sich in Amalfi
Blick auf Amalfi vom Belvedere
die Kathedrale von Amalfi
hoch über Amalfi

von den Zitronenbäumen umgeben mit Blick auf Amalfi

Übrigens, solltest du jemals nach Amalfi fahren, lass dir nicht den Blick von hoch oben über die Stadt entgehen. Man kann dazu den Lift „Belvedere Cimitero Monumentale“ nutzen. Er befindet sich in der Piazza Municipio, am Eingang zum Fußgängertunnel, der zum Luna Rossa-Parkplatz führt. Für € 3,- wirst du 80 Höhenmeter hinaufgefahren, um dann einen fantastischen Ausblick auf die Stadt und das Meer zu haben.

Der oben gelegene Friedhof, der Cimitero Monumentale, war Sonntag Nachmittag geschlossen, ist aber sicher einen Besuch wert. Er wurde 1852 auf den Ruinen eines Klosters errichtet und zeichnet sich durch einen überdachten Säulengang aus Tuffstein aus, den man von unten im Ort hoch oben am Berg stehen sieht. Im Inneren befindet sich eine mittelalterliche Kapelle mit einem 14. Jh.-Fresco des segnenden Christus sowie eine römische Urne aus dem 1. Jh. n. Chr. 

tolle Geschäfte in Amalfi

viele nette kleine Geschäfte säumen die Straße

Der Blick von oben ließ die Menschenmengen weit weg erscheinen und die Schönheit der Gegend wieder in den Vordergrund treten.

So erfrischt warfen wir uns mit unseren Motorrädern wieder ins Getümmel, die kurvenreiche Küstenstraße entlang nach Positano. Wir passierten viele schöne Orte, die wir beim nächsten Mal näher erkunden möchten und auch Positano selbst wird beim nächsten Mal am Programm stehen. Viel gibt es an der Amalfiküste und in den dahinter liegenden Bergen zu entdecken, ein Wochenende ist eindeutig zu wenig dafür, doch wir wollen warten, bis die Hauptsaison vorüber ist und die Schönheit all dessen wieder in den Vordergrund treten kann.

ENDE Bericht Amalfiküste Tag 2 - Amalfi


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