Das Kolosseum, offiziell Amphitheatrum Flavium

Santa Maria di Leuca - die Südspitze Apuliens

26.10.2025 SANTA MARIA DI LEUCA - die Südspitze Apuliens

Eva BUTTAZZONI Sonntag, 26. Oktober 2025 von Eva BUTTAZZONI

Wenn du am morgen Richtung Süden aufbrichst, die wunderschöne Stadt Ostuni verlässt und dir denkst „die 2 Stunden Autofahrt nehmen noch auf uns, denn an den südlichsten Punkt vom Stiefelabsatz werden wir nie wieder kommen…“

die wunderschönen Olivenbäume

die wunderschönen Olivenbäume

wurden immer kahler um so weiter wir in den Süden kahmen, weil ein Erreger sie absterben ließ.

Und wenn du dann durch karge Gegenden fährst - die wunderschönen Olivenbäume kahl, weil ein Erreger sie absterben ließ, dann erwartest du nicht mehr viel.

Wir waren auf jeden Fall nicht vorbereitet auf das Glücksgefühl, das uns traf, als wir dann am „Finibus Terrae“, dem Ende der Erde standen, das Meer rochen und die Kiefern, die feuchte Meeresluft einatmeten und die Gischt mit lautem Donner hoch an den Felswänden hinaufspritzte.

Was macht diesen Ort so besonders?

Santa Maria di Leuca liegt am südlichsten Punkt Apuliens. Hier treffen Adria und das ionische Meer aufeinander. Schon in der Antike nannten die Griechen diesen Ort „Leukos“, weil er so strahlte.

In der Zeit der Römer war der Ort dann ein wichtiger Orientierungspunkt für Seefahrer – der Name „Finibus Terrae“ („am Ende der Erde“) taucht schon früh auf.

Wallfahrtskomplex mit Heiligtum und Kloster

Wallfahrtskomplex mit Heiligtum und Kloster

entstand schließlich im 18. Jhdt

Für die Christen ist es der Legende nach der Ort, an dem der Apostel Petrus auf seiner Reise nach Rom, landete. So wurde Leuca zu einem der ältesten Wallfahrtsorte Süditaliens.

Der heutige Wallfahrtskomplex mit Heiligtum und Kloster entstand schließlich im 18. Jhdt. Wie Vieles in Apulien aus Sandstein gebaut thront der Komplex mächtig auf einem Fels etwa 100m über dem Meer. Ein großer Platz davor umrandet mit Arkadenbögen und der große, weithin sichtbare Leuchtturm, ergeben ein ungewöhnliches Bild.

Von dort oben hatten wir diesen ersten beglückenden Blick aufs weite Meer, mit diesem Wissen am südlichsten Punkt Apuliens zu stehen, umgeben von wunderschöner Architektur, auf einem geschichtsträchtigen Ort und mit wunderbarer Fernsicht.

„lost place“

„lost place“

es war in der Mussolini Ära ein Ferien- und Erholungsheim für Kinder armer Familien

Etwas vernachlässigt erlebten wir die „Cascata Monumentale dell’Acquedotto Pugliese“, an dessen Seite Treppen vom Hafen bis zum Kloster hinaufführen. Doch wenn man die Geschichte dazu kennt, ist auch diese faszinierend. Die „Cascata“ (Wasserfall) repräsentiert nämlich das Ende des 500 km langen Aquädukts, das Anfang des 20 Jhdts. zur Trinkwasserversorgung Apuliens gebaut wurde und vom Fluss Sele in Kampanien bis ins südliche Apulien verläuft.

Zu besonderen Anlässen werden die Schleusen geöffnet und es soll ein wunderbarer Wasserfall entstehen. Wenn, so wie jetzt kein Wasser fließt, sieht alles zwar monumental groß, aber irgendwie auch fast kaputt und verwüstet aus.

Sehr prominent am Fuße des Klosters steht ein „lost place“, es war in der Mussolini Ära ein Ferien- und Erholungsheim für Kinder armer Familien, dann nach dem 2. Weltkrieg ein Flüchtlingslager und Spital. Nun steht es seit Jahrzehnten leer ist nur noch eine Ruine.

Man darf den Ort betreten und wir taten es auch, nicht um das Gebäude anzusehen, sondern um an einen besonderen Ort am Meer zu gelangen. Es war Wind und starker Wellengang und die Gischt spritzte hoch hinauf. Wir saßen am Fels und betrachteten das Schauspiel. Am Tag davor hatten wir noch die Olivenhaine und die weißen Städte bewundert, nun saßen wir am Meer und hatten die Naturgewalten vor Augen. So etwas berührt tief….

entlang der Uferpromenade

entlang der Uferpromenade

Heute sind manche Villen noch im Privatbesitz, manche verfallen.

Weiter ging es dann die „Lungomare Cristoforo Colombo“, die Uferpromenade, entlang. Man sieht an den Villen noch, dass dies Ende des 19. und Anfang des 20. Jhdts. einmal ein mondänder Badeort war, wo sich die Bourgeoisie von Lecce und Neapel prachtvolle Villen bauten. Man sieht aber auch, dass dieser Glanz später wieder verloren ging.

Heute sind manche Villen noch im Privatbesitz, manche verfallen und manche wurden in Hotels umgebaut. Jetzt, Ende Oktober, wo die Saison vorbei ist, ist bereits viel winterdicht gemacht und nur noch wenige Restaurants geöffnet.

Der Nachteil, es gibt keine Ausflüge mehr zu den Grotten, für die Leuca berühmt ist und die fast ausschließlich mit dem Boot zu erreichen sind.

entlang der Lungomare Cristoforo Colombo

Grotta del Diavolo

Grotta del Diavolo

einfach ein unglaubliches Erlebniss

Der Vorteil, nur wenige Menschen sind auf den Straßen und… als wir am Ende der Promenade ankamen, entdeckten wir eine Grotte, die auch vom Festland aus zugänglich ist. Ich glaube, hier können wir nur die Fotos sprechen lassen, denn mir fallen dazu nur Worte ein wie fantastisch, beeindruckend, gewaltig, unglaublich, beglückend und einfach dankbar, das gesehen zu haben.

Ein Wochenende, das sich wie zwei Wochen Aktivurlaub anfühlt und nachwirkt… im positivsten Sinne…

Bilder von der Grotta del Diavolo

ENDE Bericht SANTA MARIA DI LEUCA - die Südspitze Apuliens


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