Freitag, 25. September 2026 von Eva & Roland
Orvieto, Narni & Stifone, Assisi und die Cascata delle Marmore
Vier Orte – vier Erlebnisse – ein unvergessliches Wochenende
Drei Tage, vier völlig unterschiedliche Erlebnisse: geheimnisvolle Welten unter Orvieto, türkisfarbenes Wasser bei Stifone, die besondere Atmosphäre von Assisi und zum Abschluss die gewaltige Cascata delle Marmore. Umbrien hat uns vom ersten bis zum letzten Moment überrascht.
Umbrien – drei Tage voller Kontraste
Manchmal braucht es keine lange Reise, um unglaublich viel zu erleben. Drei Tage Umbrien haben uns gereicht, um unter die Erde zu steigen, durch mittelalterliche Gassen zu schlendern, entlang türkisblauen Wassers zu wandern, einen der bedeutendsten Wallfahrtsorte Italiens zu besuchen und am Ende vor einem Wasserfall zu stehen, dessen gewaltige Wassermassen uns einfach nur staunen ließen.
Unsere Reise führte uns von Neapel zunächst nach Orvieto. Hoch oben auf einem mächtigen Tuffsteinfelsen thront eine Stadt, deren wahre Größe sich nicht nur über, sondern auch tief unter der Erde verbirgt. Der prachtvolle Dom, enge Gassen und die geheimnisvolle Welt von Orvieto Underground machten den ersten Tag zu einem perfekten Auftakt.
Am nächsten Morgen wartete mit Narni und den Gole del Nera ein völlig anderes Umbrien auf uns. Vom mittelalterlichen Narni wanderten wir hinaus in die Natur und folgten der ehemaligen Bahntrasse durch die Schlucht des Nera. Immer wieder begleitete uns das beinahe unwirklich türkisfarbene Wasser, bis wir schließlich das kleine Stifone erreichten – ein Ort, der uns mit seinen Quellen und intensiven Farben besonders beeindruckte.
Am Nachmittag wechselten wir wieder von Natur zu Geschichte. Assisi ist untrennbar mit dem heiligen Franziskus verbunden. Die mächtige Basilica di San Francesco, die mittelalterliche Altstadt und der Blick über die Landschaft Umbriens verleihen der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre.
Unser großes Finale wartete am Sonntag: die Cascata delle Marmore. Wir wollten den Wasserfall nicht einfach nur sehen, sondern erleben – von den Wanderwegen und Aussichtspunkten bis ganz nahe an die tosenden Wassermassen. Besonders eindrucksvoll war der Moment der Wasserfreigabe, als sich das Bild des Wasserfalls innerhalb kurzer Zeit völlig veränderte.
Drei Tage, vier völlig unterschiedliche Erlebnisse – und genau das hat uns an dieser Reise so begeistert.
Orvieto unter der Erde. Narni und Stifone am Wasser. Assisi zwischen Geschichte und Spiritualität und Marmore mit der ganzen Kraft des Wassers.
Umbrien hat uns gezeigt, dass man manchmal gar nicht viel Zeit braucht, um eine Reise mit unglaublich vielen Erinnerungen zu füllen.
Augenblicke, die bleiben – unsere schönsten Momente aus UMBRIEN
Assisi – Im Zeichen des heiligen Franziskus
Hoch über der umbrischen Landschaft erhebt sich die monumentale Basilica di San Francesco, das geistige Herz Assisis und Ziel von Pilgern aus aller Welt. Unser Besuch fiel in das besondere Jubiläumsjahr 2026 – 800 Jahre nach dem Tod des heiligen Franziskus – und machte diesen Nachmittag in Assisi für uns noch eindrucksvoller.
Und Amelia fühlte sich sofort anders an.
Weniger monumental, weniger besucht, ruhiger – und gerade deshalb unglaublich sympathisch.
Unterirdisches Orvieto
Was zunächst aus praktischer Notwendigkeit entstand, entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem gewaltigen unterirdischen System.
Schließlich tauchten vor uns die ersten Mauern von Narni auf
Nun kehrten wir auf einem ganz anderen Weg durch den Wald und die alten Stadtmauern zurück.
Assisi
Schon aus der Ferne sieht man Assisi am Hang des Monte Subasio liegen.
Der Pozzo di San Patrizio – 248 Stufen in die Tiefe
Unsere Erkundung begann beim Pozzo di San Patrizio, einem der außergewöhnlichsten Bauwerke Orvietos.
Assisi – 800 Jahre Franz von Assisi
Die prachtvollen Fresken im Inneren der Basilica di San Francesco erzählen vom Leben und Wirken des heiligen Franziskus. Unser Besuch im Jahr 2026 war etwas Besonderes: Genau 800 Jahre zuvor, im Jahr 1226, starb Franz von Assisi – ein Jubiläum, das in seiner Heimatstadt deutlich spürbar war.
Durch die mittelalterlichen Gassen Assisis
Wir wollten Assisi nicht nur wegen seiner Basilika besuchen. Also gingen wir zu Fuß durch die Altstadt. Steinhäuser, schmale Gassen, Treppen, kleine Geschäfte und immer wieder Plätze, von denen sich der Blick weit über die umbrische Ebene öffnet.
Das Zentrum ist überschaubar genug, um es wunderbar zu Fuß zu entdecken – allerdings sollte man die Höhenunterschiede nicht unterschätzen.
Immer wieder begegnet man Spuren verschiedener Epochen. Ein besonders schönes Beispiel ist die Piazza del Comune. Hier steht mit dem ehemaligen römischen Tempio di Minerva ein eindrucksvolles Zeugnis der Antike, das später in eine Kirche integriert wurde.
Doch je näher wir der Basilika kamen, desto mehr änderte sich die Atmosphäre.
Orvieto Underground.
Für uns war Orvieto Underground einer der Höhepunkte des Tages.
Am Grab des heiligen Franziskus von Assisi
In der Krypta der Basilica di San Francesco befindet sich das Grab des heiligen Franziskus, der 1226 starb. Die schlichte Grabstätte bildet einen starken Kontrast zur prachtvollen Basilika darüber und ist für viele Besucher und Pilger der emotionalste Ort in Assisi.
Der Duomo di Orvieto dominiert den Platz.
Irgendwann führen die Gassen auf die Piazza del Duomo – und dort hatten wir einen dieser Momente, in denen man erst einmal stehen bleibt.
Gole del Nera, die Schlucht des Flusses Nera
Manchmal sind solche Bilder im Internet schöner als die Wirklichkeit. Hier war es fast umgekehrt.
Die Cascata delle Marmore
Wir hatten schon viele Wasserfälle gesehen. Aber dieser sollte anders sein.
Dann standen wir vor der Basilica di San Francesco
Sie gehört zu jenen Bauwerken, deren Bedeutung weit über ihre Architektur hinausgeht.
Amelia bei Vollmond
Nach dem Einchecken wollten wir nicht einfach im Quartier bleiben. Also gingen wir noch einmal hinaus. Mittlerweile war es dunkel geworden – und über Amelia stand der Vollmond.
Das Licht lag über den Dächern und alten Mauern, während die engen Gassen beinahe menschenleer waren. Nach dem lebhaften Orvieto am Nachmittag wirkte Amelia jetzt vollkommen ruhig.
Wir gingen ohne großes Ziel durch die Altstadt. Mal führte eine Treppe hinauf, dann wieder eine schmale Gasse hinunter. Hinter einem Tor öffnete sich ein kleiner Platz, wenige Meter weiter verschwand der Weg wieder zwischen jahrhundertealten Häusern. Gerade nachts bekommt eine solche Stadt eine völlig andere Atmosphäre. Keine Sehenswürdigkeit musste mehr „abgehakt“ werden, kein Zeitplan drängte uns weiter.
Wir konnten Amelia einfach genießen. Und irgendwann gehörte zu diesem Abend natürlich noch das, was in Italien kaum fehlen darf: ein gutes Essen.
Plötzlich ist überall Wasser
Je stärker die Kaskaden wurden, desto mehr veränderte sich auch die Umgebung. Das Rauschen wurde zum Donnern.
Geschichte der Cascata delle Marmore
Hier treffen römische Ingenieurskunst, moderne Energiegewinnung und Natur an einem einzigen Ort aufeinander.
Je weiter wir gingen, desto intensiver wurden seine Farben
Und schließlich dieses beinahe unwirkliche Türkis, wegen dem wir überhaupt hierhergekommen waren.