Samstag, 7. März 2026 von Roland SCHROTT
Es war noch früh am Morgen, als ich zum ersten Mal das leise Rauschen des Wassers hörte. Die Luft war kühl, doch über den natürlichen Becken stieg warmer Dampf auf. Vor mir lagen die berühmten Cascate del Mulino – ein Ort, von dem ich schon so viele Bilder gesehen hatte. Aber in diesem Moment merkte ich schnell: Fotos können diese Atmosphäre kaum einfangen.
Ein Ort mit jahrtausendealter Geschichte
Neben den Wasserfällen stehen noch die alten Mauern einer historischen Mühle, die diesem Ort seinen Namen gegeben hat. Doch die Geschichte der Quellen reicht viel weiter zurück.
Schon die Etrusker nutzten die warmen Quellen,
bevor die Römisches Reich hier Thermalbäder errichteten. Das mineralreiche Wasser wurde bereits in der Antike für seine heilende Wirkung geschätzt.
Doch wie so oft in Italien gibt es auch eine Legende
Der römische Gott Saturn soll einst einen Blitz auf die Erde geschleudert haben, um die streitenden Menschen zu beruhigen. An der Stelle des Einschlags entstanden die heißen Quellen von Saturnia.
Während ich im warmen Wasser saß
und die ersten Sonnenstrahlen die Landschaft erhellten, fühlte sich diese Geschichte plötzlich gar nicht mehr so unwirklich an.
Über mir wurde der Himmel immer heller
Während die Sonne langsam über den Hügeln der Maremma aufging, färbte sich das Wasser golden und der aufsteigende Dampf begann im Morgenlicht zu glühen.
Das Thermalwasser hat eine erstaunlich lange Reise hinter sich
Regenwasser versickert tief im Boden und braucht etwa 40 Jahre, um durch unterirdische Gesteinsschichten zu fließen, sich zu erwärmen und mit Mineralien anzureichern, bevor es schließlich wieder an die Oberfläche gelangt.
Es war einer dieser seltenen Reisemomente
in denen einfach alles zusammenpasst:
die Stille, die Landschaft und das Gefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Rocca Aldobrandesca
Im Mittelalter war die Maremma eine strategisch wichtige Region. Saturnia lag an der alten römischen Straße Via Clodia, die Rom mit Norditalien verband. Deshalb brauchte der Ort eine starke Verteidigung.
Ein Abend voller toskanischer Stimmung
Am Abend zeigte sich Saturnia noch einmal von seiner schönsten Seite.
Der Stadtbogen – Porta Romana
Er ist besonders interessant, weil er der einzige erhaltene Stadteingang des antiken Saturnia ist.
Die Sonne senkte sich langsam über die Hügel
und das warme Licht ließ die Steinhäuser golden leuchten. Auf einem kleinen Platz saßen Einheimische zusammen, unterhielten sich und tranken Wein.
Der Stadtbogen – Porta Romana
man kann man sich leicht vorstellen, wie Reisende vor 2000 Jahren genau dort durch das Tor gegangen sind – vielleicht auf dem Weg zu den Thermalquellen, die schon damals berühmt waren.
Die Burg von Saturnia (Rocca Aldobrandesca)
Die Burg von Saturnia heißt offiziell Rocca Aldobrandesca und liegt direkt an den alten Stadtmauern, unweit der Porta Romana.
Video zu "DIE CASCATE DEL MULINO – Naturwunder aus warmem Wasser"
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